Uni Bayreuth
       
 
 

Es könnte sein, dass, selbst wenn wir alle wissenschaftlichen Fragen gelöst haben, unsere Lebensfragen noch gar nicht berührt worden sind

Willkommen auf der Website der Arbeitsstelle für Theologische Ethik und Anthropologie an der Universität Bayreuth!

Die Arbeitsstelle wurde im Sommer 2007 an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät (GW II) eingerichtet. Sie trägt der Beobachtung Rechnung, dass ethische Überlegungen eine zunehmende Relevanz in gesellschaftlichen Ent­scheidungen entfalten und verstärkt auf öffentliches Interesse stoßen. Auch jenseits der klassisch kirchlichen Interessensphären ist eine verstärkte Aufmerksamkeit für theologische Beiträge zu gesellschaftlichen Fragen zu verzeichnen – Jürgen Habermas’ Rede von der »postsäkularen Gesellschaft« mag hierfür stellvertretend stehen.

Ethik wird hier verstanden als die Reflexion, Rekonstruktion und Kritik des menschlichen Ethos, also der inneren und äußeren Momente, die menschliches Handeln motivieren und orientieren. Eine solche Ethik geht davon aus, dass es sinnvoll ist, dem Menschen prinzipiell Freiheit im Handeln zu unterstellen und von ihm Verantwortung für sein Handeln einzufordern. Die Reichweite der unterstellten Freiheit und der Grad ihrer Realisierung (und auch Realisierbarkeit) ebenso wie die Reichweite der Verantwortung sind Gegenstand der funda­mentalethischen Reflexionen wie der konkreten empirischen Forschung. Beide stehen in einem wechselseitigen Verhältnis. Interdisziplinarität ist hierbei ein zentrales Charakteristikum der Arbeit in den verschiedenen Forschungs­kontexten.

Anthropologische Reflexionen bilden den zweiten Schwerpunkt der neuen Arbeitsstelle in Forschung und Lehre. Sie thematisieren das »Wesen« des Menschen, der einerseits Gegenstand medizinischer Diagnostik und Therapie, ökonomischer Tauschprozesse oder technischer Innovationen und andererseits Agens solcher Prozesse und Schöpfer der sie begleitenden Konzeptuali­sierungen ist. Was bestimmt den Menschen als Gattungswesen und was bestimmt der Mensch in seinem technisch-kulturellen Schaffen? Was unter­scheidet ihn von einem Tier, von einem Roboter, von Gott? Gibt es Dinge, die allen Menschen gemeinsam sind, die alle gleichermaßen angehen und die es ihnen ermöglichen, gemeinsam zu leben? Welche Rolle spielen hierbei Vorstellungen von Leben, Glück, Gesundheit, von Körper, Seele, Geist, von Weltbild und Identität? – Solche fundamentalanthropologischen Fragen werden auf der Basis empirischer Forschungen näher bestimmt und in wechselseitiger Verknüpfung von Empirie und Analytik zu beantworten versucht.

Theologische Ethik und Anthropologie gehen von der Beobachtung aus, dass der Glaube an Gott eine zentrale Bezugsgröße und Sinndimension in der Selbstwahrnehmung und im Handeln von Menschen darstellt. Glaubens­überzeugungen müssen jedoch nicht von allen Menschen geteilt werden; sie können außerdem sogar widersprüchlich oder irreführend sein. Theologische Ethik und Anthropologie reflektieren kritisch den Bezug von Glauben, Selbst­verständnis, Handlung und Begründung. Sie verstehen sich als Beitrag zu einem allgemeinen Diskurs über das, was Menschen angeht und wie sie handeln können und wie sie handeln sollen.

 
15. Dezember 2011
BMBF-Begleitstudie zu
Ambient Assisted Living
Ein interdisziplinärer For-
schungsverbund um PD Dr.
Arne Manzeschke, TTN
München, hat den Zuschlag
des Bundesministeriums
für Bildung und Forschung
für die Begleitforschung zu
ethischen Aspekten von
Ambient Assisted Living
(AAL) erhalten.

28. Januar 2011
Der Preis des Helfens
Arne Manzeschke ist Mit-
herausgeber und Mitautor
des soeben erschienenen
Jahreshefts 2010 der
Zeitschriften Praxis Pallia-
tive Care
, demenz und
Praxis Pflegen.